Ratgeber Bootskauf Schweiz

Lohnt sich ein Kauf für mich? Oder kommen für mich eher die Alternativen Boat Sharing oder Bootsmiete in Frage? Um dies beantworten zu können, sind vorgängig verschiedene Aspekte zu beachten.

Wie häufig kann ich mein zukünftiges Motorboot oder Segelboot nutzen?

Die Saison für Segelboote beträgt in der Schweiz ca. 8 Monate pro Jahr (März bis Oktober), diejenige für Motorboote ca. 5 Monate (Mai bis September).

Wie komme ich zu einem Liegeplatz?

Häufig herrscht die Meinung vor, man müsse Jahre auf einen Bootsplatz warten. Diese Aussage

bezieht sich jedoch nur auf die von den Gemeinden vermieteten Bootsplätze, wo sich

Interessenten auf eine Warteliste setzen können.

Bei der Gemeinde Stäfa am Zürichsee gibt es z.B. das günstigste Angebot (Boje, ohne

Beibootplatz) ab einer Jahresgebühr von CHF 243, das teuerste (Wasserplatz Hafen, ab 3 m

Breite) ab einer Jahresgebühr von CHF 1620, mit einem Zuschlag von 10% für Auswärtige sowie

dem Hinweis, dass die Wartezeit bis zu 20 Jahre dauern kann.

Wer nicht so geduldig ist, kommt am raschesten zu einem Bootsplatz, indem er ein Boot mit Liegeplatz erwirbt, oder sich bei einer Werft nach einem freien Liegeplatz erkundigt. Allerdings ist durchschnittlich mit höheren jährlichen Kosten zu rechnen, als dies bei den von den Gemeinden vermieteten Liegeplätzen der Fall ist. So kann ein Aussenliegeplatz für ein mittelgrosses Motorboot (7 m) rasch auf CHF 2500 zu stehen kommen, während für die Einwinterung in der Halle mindestens nochmals der gleiche Betrag verrechnet wird (jährlich für das genannte Bsp. also ca. CHF 5000). Alternativ, gibt es auch immer wieder Private, welche ihr Bootshaus oder ihren privaten Anlegeplatz vermieten. Den Zuschlag erhält dabei häufig der Meistbietende, ohne Garantie, den Liegeplatz mittel- bis langfristig nutzen zu können. Die jährlich zu bezahlende Miete übertrifft dabei in den meisten Fällen den Betrag, den man an eine Werft zahlen würde nochmals deutlich. Und schliesslich kann man - ein entsprechendes Zugfahrzeug vorausgesetzt - auf einen festen Liegeplatz ganz verzichten, wenn man sich einen Trailer zulegt. Doch dies ist meistens mit hohen Initialkosten sowie einer deutlichen Komforteinbusse verbunden und empfiehlt sich nur, wenn man bevorzugt die zu befahrenden Gewässer regelmässig wechseln möchte.

Kann ich mein neues Boot finanzieren?

Ja. Privatkreditanbieter (Cembra Money Bank, BANK-now AG, Migros Bank und weitere) sowie deren Kreditvermittler bieten Finanzierungen bis zu einem effektiven Jahreszinssatz von maximal 10% an. Für ein neues Motorboot, Länge * Breite: 7.00*2.50 m, Innenborder mit Z-Antrieb, 5.0L-V8, 275 PS, mit Schlupfkabine und einem Barkaufpreis von CHF 77‘000 werden ohne Anzahlung bei einer Laufzeit von 72 Monaten ca. 1400 CHF fällig. Die Gesamtkosten betragen über die gesamte Laufzeit somit CHF 100‘800, davon Finanzierungskosten in der Höhe von CHF 23‘800. Bei der Budgetierung der monatlichen Raten ist dabei unbedingt zu berücksichtigen, dass zusätzliche Kosten anfallen für Liegeplatz, Steuern, Versicherung, Treibstoff, obligatorische periodische Abgaswartung, meist verbunden mit einem Service, usw. Eine Barzahlung kommt allerdings immer günstiger. Zudem gibt es als Alternative zu Neubooten ein grosses Angebot an Gebrauchtbooten, z.B. auf www.boot24.ch oder www.ricardo.ch. Mit dem Beispielboot baugleiche, guterhaltene gebrauchte Motorboote sind z.B. bereits um die CHF 20'000.- erhältlich.

Welches Boot passt zu mir?

Auf dem Schweizer Bootsmarkt sind verschiedene Bootstypen erhältlich, welche sich für den gewünschten Einsatzzweck mehr oder weniger gut eignen. Wichtig ist deshalb, dass man sich vor einem Kauf Gedanken darüber macht, welchen Zweck das künftige Boot hauptsächlich erfüllen soll. Die für die jeweiligen Hauptverwendungszwecke am besten geeigneten Bootstypen sind nachfolgend aufgelistet: Tagesausflüge mit Famile & Freunden Bowrider- mit zusätzlicher Sitzgelegenheit am Bug. Ponton-Boote - fahrende Badeplattformen Deckboote - mit offenem Bug Runabouts – Kleine Sportboote mit geschlossenem Bug Wassersport Wasserski-Boote - idealerweise mit Mittelmotor für eine möglichst kleine Heckwelle Wakeboard-Boote- erzeugen grosse Heckwellen für Sprünge Fischen Fischerboote- optimal auf die Bedürfnisse von Berufs- und Freizeitfischern ausgerichtet Übernachten / Wochenendaufenthalte & Ferien Motoryachten - grosse Sportboote mit grosszügigem Platzangebot auf und unter Deck Verdränger – langsame Motorboote mit besonders grosser Platzausnützung. Cuddy Cabins - kleine bis mittelgrosse Sportboote mit relativ hoher Kabine Kielyachten- grössere Segelboote mit viel Platz auf und unter Deck. Segeln Kielyachten - durch den Kiel sehr gewichtsstabil und kentersicher, mit viel Platz Katamarane - Kleine Katamarane ausschliesslich für Sportzwecke Jollen – mit einklappbarem Schwert, meist für Regatten Einsatz als Beiboot Schlauchboote Ruderboote Die meisten Bedürfnisse können mit Motoryachten / Cuddy Cabins – oder falls das Segeln im Vordergrund steht, mit Kielyachten - abgedeckt werden - ein entsprechendes Budget vorausgesetzt. Denn der Kaufpreis ist nur eine von vielen zu beachtenden Kostenfaktoren.

Was kostet mich ein Boot?

Die Kosten sind nebst dem Kaufpreis des Bootes hauptsächlich abhängig von der Art und Grösse des Bootes sowie von der Art und Stärke der Motorisierung. Grundsätzlich sind folgende einmaligen sowie periodisch wiederkehrende Kosten zu budgetieren: Einmalig: o Kosten zur Erlangung des Schiffsführerausweis. Prüfungsfrei fahrbar ist ein Boot mit einer Motorisierung bis 8 PS sowie einer Segelfläche bis zu 15 m2 o Kaufpreis (im Falle einer Finanzierung sind bis zur Zahlung der letzten Rate jeweils die monatlichen Raten mit zu budgetieren) Jährlich: o Liegeplatz o Winterlager, inkl. Batterielager o Versicherung Haftpflicht/Kasko o Wasserfahrzeugsteuer Alle 3 Jahre: o Obligatorischer Abgastest bei Schiffen für den privaten Gebrauch, nur in Verbindung mit Motoren- u. Getriebeserservice, o Obligatorische Vorführung bei Schiffen mit Motor o Empfohlene Erneuerung des Unterwasseranstrichs Unregelmässig / Gebrauchsabhängig: o Ersatz von Verschleissteilen wie z.B. Impeller oder Ersatz der Batterie o Reparaturkosten, z.B. Reparatur Propeller / Ersatz Trimgeber o Kosten für Benzin und Motorenöl Wie folgendes Berechnungsbeispiel mit einem neuen Motorboot (GFK) und einem gebrauchten Segelboot (Stahl) zeigt, hat die Wahl des Bootes sowohl einen grossen Einfluss auf die Anschaffungskosten als auch auf die jährlichen Betriebskosten. So oder so empfiehlt es sich, bei der Anschaffung budgetmässig nicht ans Limit zu gehen, um auch allfällige unvorhergesehene Kosten stemmen zu können.

Anregungen, Feedback, Fragen zum Thema Ratgeber Bootskauf?

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Schweiz

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Wie häufig kann ich

mein zukünftiges

Motorboot oder

Segelboot nutzen?

Die Saison für Segelboote beträgt in der Schweiz ca. 8 Monate pro Jahr (März bis Oktober), diejenige für Motorboote ca. 5 Monate (Mai bis September).

Wie komme ich zu

einem Liegeplatz?

Häufig herrscht die Meinung vor, man

müsse Jahre auf einen Bootsplatz

warten. Diese Aussage bezieht sich

jedoch nur auf die von den Gemeinden

vermieteten Bootsplätze, wo sich

Interessenten auf eine Warteliste setzen können.

Bei der Gemeinde Stäfa am Zürichsee gibt es z.B. das günstigste Angebot

(Boje, ohne Beibootplatz) ab einer Jahresgebühr von CHF 243, das

teuerste (Wasserplatz Hafen, ab 3 m Breite) ab einer Jahresgebühr von

CHF 1620, mit einem Zuschlag von 10% für Auswärtige sowie dem

Hinweis, dass die Wartezeit bis zu 20 Jahre dauern kann.

Wer nicht so geduldig ist, kommt am raschesten zu einem Bootsplatz, indem er ein Boot mit Liegeplatz erwirbt, oder sich bei einer Werft nach einem freien Liegeplatz erkundigt. Allerdings ist durchschnittlich mit höheren jährlichen Kosten zu rechnen, als dies bei den von den Gemeinden vermieteten Liegeplätzen der Fall ist. So kann ein Aussenliegeplatz für ein mittelgrosses Motorboot (7 m) rasch auf CHF 2500 zu stehen kommen, während für die Einwinterung in der Halle mindestens nochmals der gleiche Betrag verrechnet wird (jährlich für das genannte Bsp. also ca. CHF 5000). Alternativ, gibt es auch immer wieder Private, welche ihr Bootshaus oder ihren privaten Anlegeplatz vermieten. Den Zuschlag erhält dabei häufig der Meistbietende, ohne Garantie, den Liegeplatz mittel- bis langfristig nutzen zu können. Die jährlich zu bezahlende Miete übertrifft dabei in den meisten Fällen den Betrag, den man an eine Werft zahlen würde nochmals deutlich. Und schliesslich kann man - ein entsprechendes Zugfahrzeug vorausgesetzt - auf einen festen Liegeplatz ganz verzichten, wenn man sich einen Trailer zulegt. Doch dies ist meistens mit hohen Initialkosten sowie einer deutlichen Komforteinbusse verbunden und empfiehlt sich nur, wenn man bevorzugt die zu befahrenden Gewässer regelmässig wechseln möchte.

Kann ich mein neues

Boot finanzieren?

Ja. Privatkreditanbieter (Cembra Money Bank, BANK-now AG, Migros Bank und weitere) sowie deren Kreditvermittler bieten Finanzierungen bis zu einem effektiven Jahreszinssatz von maximal 10% an. Für ein neues Motorboot, Länge * Breite: 7.00*2.50 m, Innenborder mit Z-Antrieb, 5.0L-V8, 275 PS, mit Schlupfkabine und einem Barkaufpreis von CHF 77‘000 werden ohne Anzahlung bei einer Laufzeit von 72 Monaten ca. 1400 CHF fällig. Die Gesamtkosten betragen über die gesamte Laufzeit somit CHF 100‘800, davon Finanzierungskosten in der Höhe von CHF 23‘800. Bei der Budgetierung der monatlichen Raten ist dabei unbedingt zu berücksichtigen, dass zusätzliche Kosten anfallen für Liegeplatz, Steuern, Versicherung, Treibstoff, obligatorische periodische Abgaswartung, meist verbunden mit einem Service, usw. Eine Barzahlung kommt allerdings immer günstiger. Zudem gibt es als Alternative zu Neubooten ein grosses Angebot an Gebrauchtbooten, z.B. auf www.boot24.ch oder www.ricardo.ch. Mit dem Beispielboot baugleiche, guterhaltene gebrauchte Motorboote sind z.B. bereits um die CHF 20'000.- erhältlich.

Welches Boot passt zu mir?

Auf dem Schweizer Bootsmarkt sind verschiedene Bootstypen erhältlich, welche sich für den gewünschten Einsatzzweck mehr oder weniger gut eignen. Wichtig ist deshalb, dass man sich vor einem Kauf Gedanken darüber macht, welchen Zweck das künftige Boot hauptsächlich erfüllen soll. Die für die jeweiligen Hauptverwendungszwecke am besten geeigneten Bootstypen sind nachfolgend aufgelistet: Tagesausflüge mit Famile & Freunden Bowrider- mit zusätzlicher Sitzgelegenheit am Bug. Ponton-Boote - fahrende Badeplattformen Deckboote - mit offenem Bug Runabouts – Kleine Sportboote mit geschlossenem Bug Wassersport Wasserski-Boote - idealerweise mit Mittelmotor für eine möglichst kleine Heckwelle Wakeboard-Boote- erzeugen grosse Heckwellen für Sprünge Fischen Fischerboote- optimal auf die Bedürfnisse von Berufs- und Freizeitfischern ausgerichtet Übernachten / Wochenendaufenthalte & Ferien Motoryachten - grosse Sportboote mit grosszügigem Platzangebot auf und unter Deck Verdränger – langsame Motorboote mit besonders grosser Platzausnützung. Cuddy Cabins - kleine bis mittelgrosse Sportboote mit relativ hoher Kabine Kielyachten- grössere Segelboote mit viel Platz auf und unter Deck. Segeln Kielyachten - durch den Kiel sehr gewichtsstabil und kentersicher, mit viel Platz Katamarane - Kleine Katamarane ausschliesslich für Sportzwecke Jollen – mit einklappbarem Schwert, meist für Regatten Einsatz als Beiboot Schlauchboote Ruderboote Die meisten Bedürfnisse können mit Motoryachten / Cuddy Cabins – oder falls das Segeln im Vordergrund steht, mit Kielyachten - abgedeckt werden - ein entsprechendes Budget vorausgesetzt. Denn der Kaufpreis ist nur eine von vielen zu beachtenden Kostenfaktoren.

Was kostet mich ein Boot?

Die Kosten sind nebst dem Kaufpreis des Bootes hauptsächlich abhängig von der Art und Grösse des Bootes sowie von der Art und Stärke der Motorisierung. Grundsätzlich sind folgende einmaligen sowie periodisch wiederkehrende Kosten zu budgetieren: Einmalig: o Kosten zur Erlangung des Schiffsführerausweis. Prüfungsfrei fahrbar ist ein Boot mit einer Motorisierung bis 8 PS sowie einer Segelfläche bis zu 15 m2 o Kaufpreis (im Falle einer Finanzierung sind bis zur Zahlung der letzten Rate jeweils die monatlichen Raten mit zu budgetieren) Jährlich: o Liegeplatz o Winterlager, inkl. Batterielager o Versicherung Haftpflicht/Kasko o Wasserfahrzeugsteuer Alle 3 Jahre: o Obligatorischer Abgastest bei Schiffen für den privaten Gebrauch, nur in Verbindung mit Motoren- u. Getriebeserservice, o Obligatorische Vorführung bei Schiffen mit Motor o Empfohlene Erneuerung des Unterwasseranstrichs Unregelmässig / Gebrauchsabhängig: o Ersatz von Verschleissteilen wie z.B. Impeller oder Ersatz der Batterie o Reparaturkosten, z.B. Reparatur Propeller / Ersatz Trimgeber o Kosten für Benzin und Motorenöl Wie folgendes Berechnungsbeispiel mit einem neuen Motorboot (GFK) und einem gebrauchten Segelboot (Stahl) zeigt, hat die Wahl des Bootes sowohl einen grossen Einfluss auf die Anschaffungskosten als auch auf die jährlichen Betriebskosten. So oder so empfiehlt es sich, bei der Anschaffung budgetmässig nicht ans Limit zu gehen, um auch allfällige unvorhergesehene Kosten stemmen zu können.

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